Angepinnt Warum Menschen aufgeben & "Trotzdem"

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      Geistige Reife hat nunmal nicht immer etwas mit dem Alter zutun.

      Ich habe auch lange gebraucht, bis ich an den Punkt war, mir Hilfe zu holen. Aber ganz ehrlich ? Mein gesamtes Umfeld hat mich fallen gelassen, als es mir richtig mies ging.
      Da war ich dann zu "anstrengend" und "kompliziert" und sowieso zu "nix zu gebrauchen"

      Was nicht bedeutet,dass ich aufgegeben hätte. Bin gerade mittendrin, alles zu reissen um eben NICHT! aufzugeben.

      Der Mensch ist dann nur gut, wenn er so funktioniert, wie es andere von ihm erwarten. Dass ist meine Erfahrung, ich kann nicht für andere sprechen.
      Wie heisst es so schön "wenn man ganz unten ist, gehts dann wieder Bergauf".

      Mann hat sein Leben selber in der Hand, in welche Richtung das man geht. Man hat nur dieses eine Leben, daher sollte man sich am wichtigsten sein.

      Familie und Freunde sind wichtig, aber selber sollte man sich am meisten Wert sein, auf sich schauen.

      Ich habe auch schon viel mitgemacht, mir hat es auch schon oft den Boden unter den Füßen weg gerissen. Ich bin jedesmal wieder aufgestanden und mit jedes mal bin ich ein wenig stärker geworden.

      Die innere Stärke finden und behalten ist nicht leicht, aber wenn man das kämpfen nicht aufgiebt, verlierst du sie nicht mehr.
      Sei immer du selbst, den alles andere gibt es schon :thumbsup:

      Schleicher schrieb:

      Bei mir war es anders. Die Freunde haben alle geholfen und auch meine Familie unterstützt.
      Ist natütlich nicht altersbedingt, wollte nicht klugscheissen, sorry.

      Schleicher


      Du brauchst dich nicht zu entschuldigen, du hast ja nichts falsch gemacht :)

      Da hattest Du wirklich Glück mit Freunden und Familie, wenn ich dass mal so sagen darf, es gibt leider auch andere Fälle.
      Hauptsache, man kommt an :)

      Bin wie gesagt, mittendrin. Ich habe auch einiges durch und bis ich da war, wo ich jetzt bin, hats auch lange gebraucht. Und Einbrüche habe ich nach wie vor.
      Aber hey, jeder Schritt nach vorne kann nur gut sein :)
      Hallo ihr Lieben,

      erstmal ein großes Lob an euch, gerade wegen Dominik. Ich war hier letztes Jahr zeitweise aktiv, musste leider von heute auf morgen in einem Notfall intervenieren, hatte kein Inet und bin danach auch noch verunglückt, ebenso mein PC mit den Zugangsdaten - wollte nun einen neuen Account machen (missglückt), hatte zum Glück aber doch noch meine Zugangsdaten auf einem alten Notizblock gefunden :)

      Möchte hier noch ergänzend hinzufügen, dass es auch andere Ursachen gibt, wieso sich gewisse Menschen "aufgeben" bzw. isolieren. "Steht doch schon alles da" kann ich so nicht stehen lassen.. ;)

      Nehmen wir als abschweifendes Beispiel eine bekannte Geschichte über ein Kind, welches nie Leid erfahren musste und dem immer wieder ein heiles Weltbild vorgegaukelt wurde. Selbst hat es die reale Welt nie kennen gelernt, das Kind kennt außer den Eltern, deren Freunden und Bediensteten auch keine anderen Menschen und glaubt eben, dass es allen Menschen so gut gehen würde.
      Was passiert nun mit diesem Kind, wenn es auf die Idee kommt, doch selbst einen Blick aus seinem goldenen Käfig zu wagen bzw. wenn es von jemandem aufgeklärt wird? Ja, das ist die Geschichte von Buddha - aber wie würdet ihr reagieren?
      Was verlangt z.B. unsere äußerst fragwürdige, gesellschaftliche Tradition? Wieso erzählen noch immer viele Eltern ihren Kindern Lügen wie die Geschichte mit dem Christkind, Osterhasen, Weihnachtsmann oder gar dem bösen schwarzen Mann usw.? Weil es niedlich und lustig sein soll? Angstmacherei als Erziehungsmethode? Das geht zurück bis in die Antike, man kann es heutzutage auch als "Social Engineering" bezeichnen.
      Hierzu sogar eine persönliche Anmerkung: Bei mir führten solche Lügen in der Kindheit (mit 5-6 Jahren) zu einem Vertrauensbruch, ein großartiger Beginn einer Dissidentenkarriere! ;)

      Auch bei "normalen" tragischen Ereignissen, Burnouts oder sonstigen Arten des "Liegenbleibens" spielen auch gerne unbewusste Faktoren mit rein, will jetzt aber nicht auch noch mit Tiefenpsychologie anfangen (erst recht nicht in Richtung Freud *bäh*).

      Viele Menschen haben jedenfalls ein großes Problem, mit ihren Emotionen zurecht zu kommen, gerade in Ausnahmesituationen. Auch mir ging es nicht anders, mein gesellschaftlicher Rückzug war auch durch etliche externe Faktoren beeinflusst, z.B. ist der halbe Freundeskreis an Drogen verendet. Meinen Rückzug plante ich allerdings schon Jahre vorher (mit 17-18), nun lebe (liege) ich seit etwa 15 Jahren in ziemlicher Isolation, zeitweise gänzlich ohne Sozialkontakte. Das Gute daran: Genug Zeit zum Nachdenken! Kaum Verpflichtungen! Lernen was man will! An schlechten Tagen einfach mal nichts tun zu müssen usw. - sofern man es sich leisten kann.

      Konnte mich mit kleineren Jobs (natürlich möglichst ohne Menschenkontakt) bzw. Selbstständigkeit gut über Wasser halten. Ich arbeitete sogar 1 Jahr lang ehrenamtlich auf einem Gymnasium - auch wenn es die Hölle war (allerdings auch für manche Lehrer, keiner wusste, dass ich ein pöser Autodidakt bin... der Schrecken für Lehrer schlechthin. :D )

      Wieso auch immer, an dieser Stelle (bzw. schon vorher) kommt nun die übliche Vermutung: "Da wird man doch krank!". Natürlich, doch wie krank ist unsere verblödete, heuchlerische Ellenbogengesellschaft? Aus der Distanz ist der Blickwinkel jedenfalls besser, man erkennt mehr... sofern man solche negativen Erkenntnisse nicht gleich wieder verleugnet.
      Gerade auch die eigene Person neutral und ehrlich zu betrachten ist sehr schwer, auch dazu muss man sich erstmal von dem Rosaroten-Brillen-Ego, auch "Ich" genannt, etwas distanzieren.
      Noch folgende (eher bildhafte) Situation, wollte eigentlich keine großen Reden schwingen und nur dieses bringen, da es schön zum Thema passt :

      Ein Mensch kommt mit seinen Problemen zu einem Psychologen, er will sich dem Psychologen regelrecht an den Hals werfen. Was macht nun ein guter Psychologe? Einen Schritt zur Seite, damit der Patient schön auf die Fresse fällt. Was macht nun der Patient?
      Guckt blöd und fragt, was das soll - und bittet den Psychologen auch noch darum, ihm wenigstens wieder auf die Beine zu helfen. Antwort: "Sie können doch selbst aufstehen?"
      Ja, bin auch der gleichen Meinung wie ihr - halt bis auf den Umstand, dass nicht jeder zwangsweise am "Liegenbleiben" untergeht und durchaus auch nach Jahren wie der Phönix aus der Asche wieder unerwartet empor steigen kann.

      Eine temporäre Auszeit als Prävention, in der man tief in sich gehen kann, fehlt hierzulande nicht umsonst. Ich behaupte einfach mal: Die massive Anzahl psych. Erkrankungen ist auch genau so gewollt. Nicht nur, weil es ein Millardengeschäft ist und viele Arbeitsplätze bringt, sondern weil es auch die Spreu vom Weizen trennt. Und selbst wenn es zum Extrem kommt und jemand Amok läuft - wieso erwähnt die Mainstream-Presse nicht, dass nahezu alle Amokläufer lange in psychatrischer Behandlung waren und unter dem Einfluss von Psychopharmaka standen? Klar, die Killerspiele sind schuld, sowas wie TheForest! ;)

      Und erst diese ganzen hyperaktiven oder phlegmatischen Kinder... müssen ja schon im Alter von 1-2 Jahren mit Ritalin usw. vollgepumpt werden! (aka Prozac in den USA, worauf sich das Altersbeipsiel bezieht).Will hiermit auch eine kleine Diskussion zu äußeren Faktoren starten. Gerade die Unzulänglichkeiten, welche uns alle betreffen, sind oftmals unbewusst ein sehr wichtiger Faktor.
      Kann mir zum allgemeinen Thema ein paar Zitate von Hesse nicht verkneifen, der Mann spricht aus eigener Erfahrung und erspart mir nun weiteres Geschreibsel:
      Spoiler anzeigen

      Ja, es war besser, selber zu steuern und dabei in Scherben zu gehen, als immer von einem andern gefahren und gelenkt zu werden.
      - Hermann Hesse, Klein und Wagner

      Einsam ist, wer die Schönheit zu erleben und von ihr zu sagen weiß. Es ist die Einsamkeit des Berufenen, er darf die Kinderwelt und das Kinderleben der andern nicht teilen. Dafür hört er die Stimmen, die jene nie hören. Und außerdem gibt es für seine Einsamkeit, wie für jede, die Lösung und Erlösung: Das Erkennen des Einen und Ganzen hinter allen Vereinzelungen.
      - Hermann Hesse, Brief von 1947

      Mochte das nun hohe Weisheit sein oder einfachste Naivität: wer so dem Augenblick zu leben verstand, wer so gegenwärtig lebte und so freundlich-sorgsam jede kleine Blume am Weg, jeden kleinen spielerischen Augenblickswert zu schätzen wußte, dem konnte das Leben nichts anhaben.
      - Hermann Hesse, Der Steppenwolf

      Plötzlich ein Mensch, ein lebendiger Mensch, der die trübe Glasglocke meiner Abgestorbenheit zerschlug und mir die Hand hereinstreckte, eine gute, schöne, warme Hand! Plötzlich wieder Dinge, die mich etwas angingen, an die ich mit Freude, mit Sorge, mit Spannung denken konnte! Plötzlich eine Türe offen, durch die das Leben zu mir hereinkam! Ich konnte vielleicht wieder leben, ich konnte vielleicht wieder ein Mensch werden.
      - Hermann Hesse, Der Steppenwolf

      Er erreichte sein Ziel, er wurde immer unabhängiger, niemand hatte ihm zu befehlen, nach niemandem hatte er sich zu richten, frei und allein bestimmte er über sein Tun und Lassen. Denn jeder starke Mensch erreicht unfehlbar das, was ein wirklicher Trieb ihn suchen heißt. Aber mitten in der erreichten Freiheit nahm Harry plötzlich wahr, daß seine Freiheit ein Tod war, daß er allein stand, daß die Welt ihn auf eine unheimliche Weise in Ruhe ließ, daß die Menschen ihn nichts mehr angingen, ja er selbst nicht, daß er in einer dünner und dünner werdenden Luft von Beziehungslosigkeit und Vereinsamung langsam erstickte.
      - Hermann Hesse, Der Steppenwolf

      Einsamkeit ist Unabhängigkeit, ich hatte sie mir gewünscht und mir erworben in langen Jahren. Sie war kalt, o ja, sie war aber auch still, wunderbar still und groß wie der kalte stille Raum, in dem die Sterne sich drehen.
      - Hermann Hesse, Der Steppenwolf

      Es war um nichts schade, was vorüber war. Schade war es um das Jetzt und Heute, um all diese ungezählten Stunden und Tage, die ich verlor, die ich nur erlitt, die weder Geschenke noch Erschütterungen brachten. Aber Gott sei gelobt, es gab auch Ausnahmen, es gab zuweilen, selten, auch andre Stunden, die brachten Erschütterung, brachten Geschenke, rissen Wände ein und brachten mich Verirrten wieder zurück ans lebendige Herz der Welt.
      - Hermann Hesse, Der Steppenwolf

      Tu den Schritt und wirf einmal alles weg, so wirst du plötzlich die Welt wieder mit hundert schönen Dingen auf dich warten sehen.
      - Hermann Hesse, Roßhalde

      Wissen kann man mitteilen, Weisheit aber nicht. Man kann sie finden, man kann sie leben, man kann von ihr getragen werden, man kann mit ihr Wunder tun, aber sagen und lehren kann man sie nicht.
      - Hermann Hesse, Siddhartha

      Jeder von uns ist nur ein Mensch, nur ein Versuch, ein Unterwegs. Er sollte aber dorthin unterwegs sein, wo das Vollkommene ist, er soll ins Zentrum streben, nicht an die Peripherie.
      - Hermann Hesse, Das Glasperlenspiel

      Man konnte den Leuten in ihrer Dummheit zusehen, man konnte über sie lachen oder Mitleid mit ihnen haben, aber man mußte sie ihrer Wege gehen lassen.
      - Hermann Hesse, Vorfrühling

      Nichts auf der Welt ist dem Menschen mehr zuwider, als den Weg zu gehen, der ihn zu sich selber führt.
      - Hermann Hesse, Demian

      Wenn man einen Stein ins Wasser wirft, so eilt er auf dem schnellsten Weg zum Grunde des Wassers. So ist es, wenn Siddhartha ein Ziel, einen Vorsatz hat. Siddhartha tut nichts, er wartet, er denkt, er fastet, aber er geht durch die Dinge der Welt hindurch wie der Stein durchs Wasser, ohne etwas zu tun, ohne sich zu rühren: er wird gezogen, er läßt sich fallen. Sein Ziel zieht ihn an sich, denn er läßt nichts in seine Seele ein, was dem Ziel widerstreben könnte. Das ist es, was Siddhartha bei den Samanas gelernt hat. Es ist das, was die Toren Zauber nennen und wovon sie meinen, es werde durch die Dämonen bewirkt. Nichts wird von den Dämonen bewirkt, es gibt keine Dämonen. Jeder kann zaubern, jeder kann seine Ziele erreichen, wenn er denken kann, wenn er fasten kann.
      - Hermann Hesse, Siddhartha

      Von jeder Wahrheit ist das Gegenteil ebenso wahr! Nämlich so: eine Wahrheit läßt sich immer nur aussprechen und in Worte hüllen, wenn sie einseitig ist. Einseitig ist alles, was mit Gedanken gedacht und mit Worten gesagt werden kann, alles einseitig, alles halb, alles entbehrt der Ganzheit, des Runden, der Einheit. [...] Die Welt selbst aber, das Seiende um uns her und in uns innen, ist nie einseitig.
      - Hermann Hesse, Siddhartha

      Wer nicht am Denken leidet, den freut das Aufstehen am Morgen und das Essen und Trinken, der findet Genüge darin und will es nicht anders. Wem aber diese Selbstverständlichkeit verlorenging, der sucht im Laufe der Tage begierig und wachsam nach den Augenblicken wahren Lebens, deren Aufblitzen beglückt und das Gefühl der Zeit samt allen Gedanken an Sinn und Ziel des Ganzen auslöscht.
      - Hermann Hesse, Gertrud

      War denn nicht alles Leiden Zeit, war nicht alles Sichquälen und Sichfürchten Zeit, war nicht alles Schwere, alles Feindliche in der Welt weg und überwunden, sobald man die Zeit überwunden hatte, sobald man die Zeit wegdenken konnte?
      - Hermann Hesse, Siddhartha

      Die Welt zu durchschauen, sie zu erklären, sie zu verachten, mag großer Denker Sache sein. Mir aber liegt einzig daran, die Welt lieben zu können, sie nicht zu verachten, sie und mich nicht zu hassen, sie und mich und alle Wesen mit Liebe und Bewunderung und Ehrfurcht betrachten zu können.
      - Hermann Hesse, Siddhartha

      Wenn jemand sucht, dann geschieht es leicht, daß sein Auge nur noch das Ding sieht, das er sucht, daß er nichts zu finden, nichts in sich einzulassen vermag, weil er nur an das Gesuchte denkt, weil er ein Ziel hat, weil er vom Ziel besessen ist. Finden aber heißt: frei sein, offen stehen, kein Ziel haben.
      - Hermann Hesse, Siddhartha

      Incipit vita nova. Ich bin ein Neuer geworden, mir selbst noch ein Wunder, ruhend zugleich und tätig, empfangend und schenkend, ein Besitzer von Gütern, deren werteste ich vielleicht noch gar nicht kenne.
      - Hermann Hesse, Incipit vita nova

      Wenn wir einen Menschen hassen, so hassen wir in seinem Bilde etwas, was in uns selber sitzt. Was nicht in uns selber ist, das regt uns nicht auf.
      - Hermann Hesse, Demian (Anm.: Ja, diese Aussage ist nicht gerade beliebt.. dafür liebe ich sie umso mehr :-))

      So ist es, wenn ein Mensch sein Liebesvermögen auf einen einzigen Gegenstand gesammelt hat; mit dessen Verlust stürzt alles zusammen, und er steht arm zwischen Trümmern.
      - Hermann Hesse, Das Glasperlenspiel (Anm.: Tja, wenn Egozentrik mit Liebe verwechselt wird.. ganz normal?)

      Wohl hatte ich gemeint zu wissen, was Liebe sei, und war mir damit weise vorgekommen, hatte getröstet aus neuen Augen in die Welt geschaut und einen näheren und tieferen Anteil an allem Leben gefühlt. Nun war es anders, nun war es nicht mehr Klarheit, Trost und Heiterkeit, sondern Sturm und Flamme, nun warf mein Herz sich jauchzend und zitternd weg, wollte nichts mehr vom Leben wissen und nur in seiner Flamme verbrennen. Wenn mich jetzt einer gefragt hätte, was denn die Liebe sei, da hätte ich es wohl zu wissen geglaubt und hätte es sagen können, und es hätte dunkel und lodernd geklungen.
      - Hermann Hesse, Gertrud

      Nebel

      Seltsam im Nebel zu wandern!
      Einsam ist jeder Busch und Stein,
      Kein Baum kennt den andern,
      Jeder ist allein.

      Voll von Freunden war mir die Welt,
      Als noch mein Leben licht war,
      Nun, da der Nebel fällt,
      Ist keiner mehr sichtbar.

      Wahrlich, keiner ist weise,
      Der nicht das Dunkel kennt,
      Das unentrinnbar und leise
      Von allen ihn trennt.

      Seltsam im Nebel zu wandern!
      Leben ist Einsamsein.
      Kein Mensch kennt den andern,
      Jeder ist allein.
      - Hermann Hesse, Eine Fußreise im Herbst

      Das Beste daran war aber nicht das Küssen und nicht das abendliche Zusammenpromenieren und Heimlichtun. Das Beste war die Kraft, die mir aus jener Liebe floß, die fröhliche Kraft, für sie zu leben, zu streiten, durch Feuer und Wasser zu gehen. Sich wegwerfen können für einen Augenblick, Jahre opfern können für das Lächeln einer Frau, das ist Glück.
      - Hermann Hesse, Eine Fußreise im Herbst

      Nichts ist gefährlicher und seelenmordender als die beständige Beschäftigung mit dem eigenen Wesen und Ergehen, der eigenen einsamen Unzufriedenheit und Schwäche.
      - Hermann Hesse, Der Weltverbesserer (Anm.: So erscheint es zeitweilig, das eigene Ego zu "ermorden" gilt im Kernbuddhismus resp. ähnlicher Philosophien sogar als höchstes Ziel...)

      Ich habe mein Leben gehabt, wie es mir paßte, und es hat mir nicht an Freiheit und an Schönem gefehlt, aber ich bin doch immer allein geblieben.
      - Hermann Hesse, Das Ende


      Mag diese Selbstdarstellung weiter oben auch nicht, auch wenn es ehrlich ist, wirkt es aufgeblasen und überheblich. Ist auch ein Novum, in aller Öffentlichkeit überhaupt etwas über mich Preis zu geben - empfinde es selbst als ein Unding, war ein großer Sprung über meinen eigenen Schatten.

      Dominik: Der Suizidversuch ist mir nun neu, volles Verständnis meinerseits, deine Hintergründe kannte ich ja schon im Groben und bin daher wirklich sehr froh, dass du noch da bist und dir auch geholfen werden konnte. Hatte es selbst schon eingeplant, dir etwas unter die Arme zu greifen, doch wie das Leben so spielt, kommt es halt gerne anders als geplant. Nuja, dafür habe ich jetzt umso mehr Zeit und hoffe, dir bzw. euch (zusätzlich) behilflich sein zu können. Mein neuer Nick ist übrigens auch Programm.. *schelmisch grins*

      Warnhinweis: Sofern ihr irgendwie etwas mit dem staatlichen Verwaltungswesen bzw. irgendwelchen Behörden oder der Kirche usw. zu tun habt, erwähnt das besser nicht.. sonst werde ich wohl kaum dem Drang widerstehen, solche tätigkeiten ad absurdum zu führen.. ;)
      Wenn ich schon so am selbstdarstellenden Quatschen bin.. (der Würgereflex steigt): Bin oftmals auch gerne gewillt, bei eben solchen Problemen mit Staats- oder sonstigen Gewalten zu helfen ebenso wie bei allen "Problemen", auch wenn meist der Protagonist bzw. dessen Sichtweisen das eigentliche Problem darstellen.. ;)

      Nicht falsch verstehen, bin kein neurotischer Helferich, normalerweise fällt mir das alles in den Schoß, auch wieder ein Novum, dass ich sogar öffentlich darum bitte... im kleinen Kreis geht das gerade noch klar. Ist auch sehr selten, wenn ich mehr als einer Person zeitgleich behilflich bin und wenn, dann Hilfe zur Selbsthilfe.
      Keine Antworten liefern, sondern zu den richtigen Fragen verweisen bzw. ganz dezent in eine passende Richtung weisen. "Durch die Tür musst du selbst gehen..." - und davon gibt es viele (Matrix lässt grüßen).

      Alles andere wäre auch Manipulation - ein sehr schmaler Grad, auch wenn es gut gemeint ist. Hilft man zu sehr, bzw. nimmt man manche Erkenntnise einfach vorneweg (ohne hinterfragen), dann gibt man nicht, sondern nimmt derjenigen Person eher etwas weg - eben die notwendige, selbstreflektierende Erkenntnis. Viele Menschen erscheinen wie ein Blatt im Wind, kaum zur Selbstreflektion bzw. höheren Erkenntnissen fähig.

      Bei dir, lieber Dominik, sehe ich viel Potential, auch "ein guter Mensch zu werden". Verständnis und Erkenntnis sind hierbei der Schlüssel zum Erfolg - und führen letztendlich zu echter Liebe, eben jener Liebe, welche aus den Hesse-Zitaten hervor geht.

      Z.B. Demian oder Siddharta kann ich dir empfehlen, auch wenn du noch sehr jung bist. Lass allerdings bitte die Finger vom Steppenwolf, dieses Buch hat nicht umsonst wie kaum ein anderes die Meinungen gespalten und war ein wichtiger Grundstein der Hippie-Bewegung.

      Mir persönlich hat es zwar die Augen geöffnet und konnte mich erstmals (mit 18) mit jemandem (Hesse) identifizieren, aber es hat u.a. mein Leben damals drastisch verändert.
      Ich nutzte es ahnungslos als Lektüre bei einem Vollbad, ich stieg erst ca. 7h später wieder aus der Wanne aus - mit zwischenzeitlichem (meinem einzigen) Nervenzusammenbruch, so sehr hat es mich bewegt.

      Und last but not least: MrsSchizophren, würde auch gerne deine Geschichte erfahren, sofern nicht schon hier verteilt zu finden? War nun ein ziemlich spontaner Besuch, um mir einen Überblick zu verschaffen blieb noch keine Zeit.

      Sorry for the wall of text, hoffe ihr habt es einigermaßen überstanden? :) Alles am frühen Morgen nach einer schlaflosen Nacht rausgeflutscht, die Zitate sind natürlich kopiert (Worteprojekt.de).

      Auch sehr schade, dass lost in forest oder jok3r nicht mehr aktiv sind, immerhin guckt Alpha noch rein. um nurmal die Beliebtesten zu nennen. Axti: Wirklich erfreulich, dass du das hier auch noch im kleinen Kreise weiter führst :) Ehm ja, TheForest... das war wohl noch 0.6, welche ich als letzte spielte und ehrlich gesagt auch kein Bedarf. Mein Wunschspiel ist kürzlich erschienen = Ark. Meinte ich nicht schon zu The Forest, dass auch Fäkalien implementiert werden könnten? Wie gerne hätte ich Kannibaldörfer vollgesch.... und damit provoziert.. *sfz*