Was ist was/Wie ist wie: Deutsche Sprache, Hochdeutsch, Standarddeutsch, etc

    Freut sich über Besuch: Die Übersicht der oft gestellten Fragen & häufig auftretenden Probleme :)

      Was ist was/Wie ist wie: Deutsche Sprache, Hochdeutsch, Standarddeutsch, etc

      Hi alle zusammen :)

      Nicht unbedingt aus Jux von mir, sondern eher aus Interesse: Über viele verschiedenen Personen unterschiedlichster Herkunft bin ich im Laufe meines Lebens schon gestoplert, bin ihnen begegnet, durfte dankend daran teilhaben und konnte dadurch einiges für mich und meine Mitmenschen mitnehmen. Klar kommen da immer wieder Verwunderung auf, aber auch immer wieder Themen und Fragen, die mich zu mehr als "Verwunderung" bewegen.

      Von meiner Herkunft her kann ich sehr gut mit dem Bayerischen, dem Österreichischen, aber auch mit den vielen verschiedenen Varianten von "Deutsch", denn Deutsch ist nicht gleich Deutsch - lässt es sich doch gerne in Deutsch, Standarddeutsch, Hochdeutsch und mehr gliedern. Da sprechen wir aber gar nicht von Dialekten ^^ Und nicht über die Unterscheidung dieser "Gattungen" möchte ich sprechen, sondern eher das, was wirkliches "Hochdeutsch" per Definition in Wahrheit ist bzw. welche Meinung ihr dazu habt. Natürlich habe ich mich an Internetsuchmaschinen gewandt, wurde aber nur schwer fündig da die Plattformen entweder a) hoch-spezifisch, fast schon "zu technisch" inklusive Fachausdrücken orientiert waren oder b) zB Forenbeiträge recht flott geschlossen wurden, da eben "themenspezifisch" usw.

      Der Hintergrund dazu: (weil es mich in letzter Zeit echt unheimlich fuchst (na wer kennt das? ^^)): Von meinem Sprachgebrauch + dazugehöriger Umgebung usw ist es alles andere als üblich hier zB bei der Zahl "30" das Ganze als "Dreißich" zu artikulieren. Hochdeutsch hingegen sieht es vor in gewissen Situationen bei der Endung mit "g" ein "ch" draus zu machen. In meinem Sprachraum ist das alles andere als üblich. Jap, nichts Aufregendes - "eh normal" würde da der ein oder andere sagen. Jedoch - so ertappte ich mich in den wenigen vergangenen Wochen dabei mehrmals "Dreißich" zu sagen, genauso wie bei einigen anderen Wörten. Einfach so als ob ich es bewusst gewollt hätte - war es aber nicht.

      Wer mich etwas näher kennt weiss: Ich bin Lingu-Adict, gar keine Frage, und ich mag es mit Sprachen, Artikulation, Betonung und allem Dazugehörigen zu spielen, mich damit auseinanderzusetzen, aber gibt es denn mehr dazu zu wissen? Ich meine ja, denn was mir meine Erlebnisse soweit beigebracht haben, ist die Tatsache, dass du nie auslernen kannst. Grade eben bei Sprachen - und sei es nur Deutsch - ist so unheimlich viel zwischen den Zwischenzeilen verborgen ... während wir alle so oft aneinander vorbei reden obwohl wir die gleiche Sprache sprechen.

      Und auch wenn wir solche Bezeichnungen wie "Hochdeutsch", "Standarddeutsch", "Amtsdeutsch" oder ähnliches haben, wird es doch überall meist anders ausgelegt. Helft mir bitte mit auf der Suche nach was auch immer, wahrscheinlich nur nach uns allen da am Ende des Tages die angekommene Empfindung aus dem, was Sprache zuvor war, das wirklich Ausschlaggebende ist :)


      Von daher erst mal ein Danke & die liebsten Grüße,
      eure Axt
      :D
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      Kurz und bündig gesagt - für mich ist "Hochdeutsch" per Definition die Sprache nach der Schrift.
      Zu deinem Beispiel: 30 wird im Hochdeutschen als "dreißig" ausgesprochen, nicht "dreißg" oder "dreißich" oder sonst was.

      "Standarddeutsch" und "Amtsdeutsch" sagt mir, ehrlich gesagt, gar nichts...
      Mei liebes @semmal :)

      Auch wenn etwas später als eventuell angedacht: Danke für deine Rückmeldung! Schumzelnderweise, das gebe ich gerne zu, denn tatsächlich - so erfuhr ich - wird laut hochdeutscher Originaldefinition das "g" bei vielen hochdeutschen Endungen als "ch" ausgesprochen. Komme selbst noch kaum bis gar nicht umher 30 als "Dreißich" zu artikulieren, so wie auch zB die 90 als "Neunzich". Auch erinnere ich mich da an ein Kundengespräch von vor vielen Jahren als ich mit dem Ausdruck "Sonnabend" so meine Verständnisprobleme hatte: Die nette Dame am anderen Ende musste zwar auch erst mal schlucken, erklärte mir aber dann wohlwollend, dass es sich hierbei um den Samstag handle - den Abend vor dem Sonntag, dem Sonnabend.

      Was ich an dieser Stelle bezüglich dem eigentlichen Erstpost auf jeden Fall erklären sollte, ist die Tatsache, dass ich mir gerne Impressionen einholen möchte - das gemeinsame Miteinander auspendelned irgendwie. Hochdeutsch kann so unheimlich schön sein wie auch die vielen Dialekte und Akzente bin ich draufgekommen. Warum also nicht ein Gesprächsthema initiieren, das viele Andere, denen es gleich oder ähnlich geht wie mir, animieren/motivieren/ansprechen kann?

      In Wahrheit ist es doch so, dass die Kommunikation untereinander erst vieles klar werden kann, aber auch verkomplizieren. Das kann nicht dem Sinn von Sprachen überhaupt entsprechen, nicht dem Sinne von uns allen sein. Der Deutsche sagt "Ösi" oder Fürchterlicheres wenn er abwertend über einen Österreicher sprechen möchte, der Österreicher sagt dann "Piefke" und das Lustigste daran ist, dass ich jene von genau da und dort kenne, die mit den ihnen "zugeteilten" Begriffen nichts anzufangen wissen. Es heisst oft "Was man nicht weiss, macht einen nicht heiss". Dazu gebe ich Recht, sehe aber noch viel an Potential, dass wir miteinander so oder so können und uns dabei im Optimum begegnen.

      Weit und breit ausgelegt höre ich hier jemanden sagen? Nur zu, ich höre/wir hören zu :)

      Liebste Grüße, die Axt

      PS: Hand heben wer schon jemanden hatte, der "Fünnef" statt "Fünf" zu einem gesagt hat + Information wie ihr euch dabei geühlt habt ^^
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      Ich bin ein waschechtes Münchner Kindl und spreche auch münchnerisch, also bayrisch. Ich bin auch des Hochdeutschen "mächtig", aber bei mir hört man es meistens raus, dass ich ein Bayer bin :D
      Zu der Zahl 5 sage ich "Fünferl" oder "an Fünfa"(beim Kleingeld).
      Ich finde das einen sehr netten Thread übrigens, da mich Sprachen und Dialekte ungemein interessieren. Ich höre auch sehr gerne plattdeutsch, obwohl ich nicht mal 1/4 davon verstehe. So geht es mir aber auch, wenn ich nach Niederbayern komme (tiefster bayrischer Wald), da verstehe ich dann fast gar nix mehr.
      Dank da recht sakrisch, Semmal. :thumbup:
      Liebe Grüße
      Claudia